27. Oktober 2026: Kulturspaziergang durch das Weltkulturerbe Potsdam
Wir haben die einmalige Chance, das Weltkulturerbe in unserem Alltag zu erleben. Viele Potsdamer laufen von Zuhause in die Arbeit durch das Weltkulturerbe. Es begegnet uns buchstäblich an jeder Strassenecke. Das wollten wir mal genauer anschauen und haben vier Stationen zu den Stationen unseres Kulturspaziergangs ausgewählt.
Erste Station: Garnisonkirche
Die 1730-35 erbaute und im Krieg 1945 schwer beschädigte Barockkirche wurde 1968 von dem durchweg kirchenfeindlichen DDR Regime gesprengt und abgetragen. An dieser Stelle wurde das Rechenzentrum der Bezirkshauptstadt Potsdam erbaut. Auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung 1990 sollte die Historische Innenstadt wieder entstehen, damit war gedanklich auch der Grundstein für den Wiederaufbau der Garnisonkirche gelegt. 2024 wurde der Turm nach vierjähriger Bauzeit eröffnet, im Sommer 2027 wird die Haube mit Wetterfahne den Abschluss des Turmbauwerks besiegeln. In manchen Teilen der Stadtgesellschaft ist die Garnisonkirche umstritten.
Wir durften in der Nagelkreuzkapelle nach einem Orgelstück einer geschichtlichen Einordnung lauschen und haben dann den Turm bestiegen. Oben angekommen haben wir gerade noch den goldenen Sonnenuntergang über dem Westen Potsdams sehen können.
https://garnisonkirche-potsdam.de
Zweite Station: Besuch der Musikfestspiele Sanssouci und Nikolaisaal Potsdam
Die Musikfestspiele Sanssouci sind das exklusive kulturelle Highlight mit zunehmend internationaler Bedeutung. Dorthin führte uns der Spaziergang, entlang des Stadtkanals, über die Plantage direkt in den Nikolaisaal. Hier wurden wir von keinem geringeren als dem Operndirektor Michael Fichtenholz empfangen, der uns mit einer faszinierenden Leidenschaft auf die Reise der Festspiele 2027 mitgenommen hat. Das war wirklich großes Kino (Entschuldigung, was eine verbale Entgleisung). Fest steht: Bei den Musikfestspielen Juni-August 2027 werden wir einige Groß Glienicker in den Reihen sehen. Danke Michael Fichtenholz für Ihre großartige und mitreissende Vorstellung der Musikfestspiele Potsdam!
Dritte Station: KreativQuartier Potsdam
Gerade erst eröffnet: Das nagelneue KreativQuartier Potsdam. Heimat der Kulturszene, der Kunst- und Kreativwirtschaft, der bildenden Kunst. Im Langen Stall sind in kurzer Zeit gut 100 junge Unternehmen der Kulturszene eingezogen und bilden gemeinsam ein starkes Netzwerk der Kreativwirtschaft. In der Laterne ist gerade in dieser Woche die MAZ eingezogen, das Musikhaus wird zum Zuhause für ein außerschulisches Digital- und Designzentrum für Jugendliche: TUMO Potsdam.
Christopher Weiss, Bauherr, Ideengeber, Kreative Speerspitze und Architekt in Personalunion führte uns durch das Haus und gab uns exklusive Einblicke.
https://kreativ-quartier-potsdam.de
Vierte Station: Alter Markt, Landtag, Obelisk, Nikolaikirche und gemeinsames Abendessen im Keng Deli
weiter ging der Kulturspaziergang vom KreativQuartier über den neu geschaffenen Weg zum Neuen Markt und zum Marstall, dem heutigen Filmmuseum. Dort, zwischen Mülltonnen und abgestellten Autos steht die Steuben-Statue. Aber nicht mehr lang, am 4. November 2026 ist der Baubeginn für den neuen Steubenplatz (Zeichnung) und der Steuben darf auf seinen alten Platz zurückkehren.
Krönender Abschluß war der Alte Markt, der völlig zurecht als einer der schönsten Plätze Europas gelten kann.
Nach vier Stunden voller Kultur knurrte hier und da der Magen und wir gingen ins Keng Deli im Klingnerschen Haus am Alten Markt. Ein Festmahl und ausgedehnte Besprechung des gerade in Potsdam Erlebten waren ein schöner – in Potsdam würde man krönender – Abschluß eines erlebnisreichen Ausflugs in das Weltkulturerbe.

























